Baum & Solitärgehölze
Pflanzanleitung
Hier erfahren Sie, wie Ihr Baum gut anwächst und worauf es in den ersten drei Jahren wirklich ankommt.
Vorbereitung
Wann pflanzen?
Containerware
Das ganze Jahr über, nur bei Frost und in der Hochsommerhitze nicht.
Ballenware
Am besten von Oktober bis Dezember oder im Februar und März.
Passt der Standort?
Machen Sie vorab einen kleinen Test: Graben Sie ein etwa 30 cm tiefes Loch und füllen Sie es mit Wasser. Ist es nach vier Stunden versickert, passt der Standort. Steht das Wasser dagegen noch, deutet das auf Staunässe hin, und dann braucht die Stelle entweder eine Drainage, oder Sie weichen besser auf einen anderen Platz aus. Dauernd nasse Wurzeln verträgt nämlich kaum ein Baum.
Denken Sie außerdem an die spätere Endgröße und nicht an die Liefergröße. Ein Baum, der heute 3 m hoch ist, kann später 12 m breit werden. Halten Sie deshalb genügend Abstand zu Haus, Weg, Leitungen und zur Grenze.
Was brauchen Sie?
Werkzeug
- Spaten
- Grabegabel
- Schere
Verankerung
- 2 bis 3 Baumpfähle
- Kokosstrick / Baumgurt
- Vorschlaghammer / Ramme
Material
- Kompost / Blumenerde
- Rindenmulch
- Wasser
In sechs Schritten
Aushub
Werfen Sie beim Ausheben zwei getrennte Haufen auf, einmal den dunklen Oberboden und einmal den hellen Unterboden. So können Sie beides beim Verfüllen in derselben Reihenfolge wieder einbauen.
Das hat seinen Grund: Humoser Oberboden, der zu tief eingebaut wird, bekommt keine Luft und kann sich dann falsch zersetzen und vergasen. Bauen Sie ihn deshalb nie tiefer als 35 cm ein.
Schweren Lehm magern Sie mit grobkörnigem Sand und reifem Kompost ab, reinen Sand verbessern Sie mit Kompost. Mischen Sie das immer unter den gesamten Aushub und nicht nur in die Grube. Von Februar bis Juni empfehlen wir dazu einen organischen Dünger.
Pflanzgrube
Die Grube sollte etwa anderthalbmal so breit sein wie der Ballen und genau so tief, wie der Ballen hoch ist. Ist sie zu tief, sackt sie später nach und der Baum steht am Ende zu tief.
Rauen Sie Wände und Sohle mit der Grabegabel gut auf. Ein glatt abgestochenes Loch wirkt sonst wie ein Blumentopf, in dem die Wurzeln an der Wand entlanglaufen, statt hindurchzuwachsen.
Bei Ballenware: Bis zum Einsetzen halten Sie den Ballen feucht, ein nasser Jutesack genügt dafür schon. Und tragen Sie den Baum immer am Ballen, nie am Stamm.
Schnitt
Ballen- und Containerware braucht keinen Pflanzschnitt. Entfernen Sie ggf. nur, was gebrochen oder abgestorben ist, und Triebe, die sich kreuzen. Den Leittrieb lassen Sie dabei stehen, sonst verliert die Krone ihre Form.
Wurzelnackte Ware wässern Sie vorher ein bis zwei Stunden, schneiden gequetschte Wurzelenden nach und kürzen die Krone um ein Drittel ein. Ohne diesen Ausgleich würde die Krone mehr Wasser verdunsten, als die Wurzel nachliefern kann.
Einsetzen
Setzen Sie den Baum so ein, dass der Ballenoberrand rund 5 cm über dem Boden bleibt, denn die Erde sackt hinterher noch etwas nach. Pflanzen Sie ihn zu tief, bekommt der Wurzelhals keine Luft mehr, und genau das ist ein häufiger Grund, warum ein Baum jahrelang kümmert und im dritten Jahr doch eingeht.
Die richtige Höhe zeigt Ihnen der Stammanlauf: Dort, wo der Stamm sich nach unten verbreitert, sollte die Erde aufhören. Nur Weiden und Pappeln dürfen etwas tiefer stehen.
Verankern
Füllen Sie die Erde in Lagen auf und treten Sie sie nur leicht an. Bis 2 m Baumhöhe reicht meist ein Pfahl auf der Wetterseite, Hochstämme oder Solitäre bekommen dagegen einen Dreibock. Die Pfähle stehen dabei senkrecht und außerhalb des Ballens und reichen bis kurz unter die Krone.
Angebunden wird eine Handbreit unter dem Kronenansatz: Kokosstrick in einer Achterschlaufe, einen Baumgurt legen Sie einfach herum. Schauen Sie einmal im Jahr nach, und in drei bis vier Jahren darf die Verankerung wieder weg.
Angießen
Gießen Sie direkt nach dem Pflanzen kräftig an, und zwar auch dann, wenn es regnet. Das Wasser schlämmt die Erde in die Hohlräume zwischen den Wurzeln. Damit nichts von dem Wasser wegläuft, werfen Sie einfach einen Gießring aus Erde auf oder bringen einen Gießsack am Stamm an.
Wenn Sie mögen, geben Sie zum Schluss noch 5 bis 8 cm Rindenmulch auf die Baumscheibe, aber mit einer Handbreit Abstand zum Stamm. Direkt am Stamm könnte der Mulch die Rinde nämlich faulen lassen.
Pflege in den ersten Jahren
Gießen
Geben Sie pro Gabe 30 bis 50 Liter und gießen Sie dabei langsam. Von April bis September ist das etwa alle sieben bis zehn Tage nötig und bei Hitze auch häufiger, und das über drei Jahre hinweg. Ein Sommergewitter ersetzt dabei keine Wassergabe. Und sogar im Winter sollten Sie an frostfreien Tagen gießen.
Düngen
Beim Pflanzen von Februar bis Juni geben Sie einen organischen Dünger als Starthilfe mit unter den Aushub (zum Beispiel den Oscorna Baum-, Strauch- und Heckendünger). Mineralischer Volldünger kann dagegen die feinen Wurzeln verbrennen. Ab dem zweiten Jahr düngen Sie dann einmal im März oder April.
Schnitt
Die meisten Laubbäume schneiden Sie von Oktober bis Februar bei frostfreiem Wetter. Setzen Sie den Schnitt möglichst am Astring an und nicht bündig am Stamm, und lassen Sie auch keine Stummel stehen, denn beides könnte eine Eintrittspforte für Pilze sein. Bei den meisten Bäumen sollten Sie pro Jahr höchstens etwa ein Viertel der Krone herausnehmen.
Fragen zu Ihrem Baum?
Rufen Sie uns einfach an oder kommen Sie vorbei, dann schauen wir uns Standort und Boden gemeinsam an.
Diese Anleitung ist eine unverbindliche Empfehlung und ersetzt keine Beratung vor Ort. Für Anwachsen, Entwicklung und Ertrag übernehmen wir keine Gewährleistung, da Boden, Standort, Witterung und Pflege außerhalb unseres Einflusses liegen. Text und Zeichnungen © Baumschule Veith.